Es ist offiziell – endlich ausgebildeter Fachinformatiker

Ich habe meine Ausbildung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung bei NORDWEST vor knapp 3 Jahren zum 01.08.2015 begonnen.
Am 21.06.2018 habe ich meine Ausbildung erfolgreich absolviert und bin seitdem ein vollwertiger Mitarbeiter bei NORDWEST.
Das fühlt sich schon echt gut an 🙂

Da ihr euch bestimmt fragt, wie so eine Prüfung abläuft, werde ich das mal kurz erklären:

Die Abschlussprüfung teilt sich in zwei Prüfungsteile auf.
Es gibt den schriftlichen Prüfungsteil B und den praktischen bzw. mündlichen Prüfungsteil A.

Der schriftliche Prüfungsteil B teilt sich wiederum in drei Themen auf:

  • Ganzheitliche Aufgabe I (90min)
    In diesem Teil werden praxisbezogene Aufgaben gestellt, welche sich speziell auf den Ausbildungsberuf beziehen.
  • Ganzheitliche Aufgabe II (90min)
    Im zweiten Teil werden gemeinsame Kernqualifikationen abgefragt.
  • Wirtschafts- u. Sozialkunde (60min)
    In Wirtschafts- u. Sozialkunde werden handlungsorientierte Aufgaben gestellt.

Im Prüfungsteil A hingegen führt der Auszubildende ein eigenes Projekt im Unternehmen durch, welches vorher durch einen Projektantrag bei der IHK genehmigt werden muss. Das Thema des Projekts ist frei wählbar, solange das Projekt wesentliche Inhalte des Ausbildungsberufes widerspiegelt und ein angemessenes Niveau aufweist. Die genauen Vorgaben hierzu findet man in der IT-Handreichung auf der IHK-Website.

Die Durchführung des Projektes wird dokumentiert. Die Dokumentation ist ebenfalls Teil der Prüfung und muss bei der IHK zum Ende des Projektzeitraums eingereicht werden. In der Dokumentation wird der gesamte Ablauf inkl. Ausgangssituation, Planung, Umsetzung und Ergebnis festgehalten.

Nach der Durchführung des Projekts folgt nach einigen Wochen dann die mündliche Prüfung bei der IHK, bei der das Projekt in 15 Minuten präsentiert werden soll. Anschließend an die Präsentation folgt ein Fachgespräch mit Fragen zum Projekt, sowie weitergehende Wissensfragen zu übergreifenden Themen aus dem Ausbildungsberuf.

In meinem Projekt habe ich den größtenteils manuellen Prozess der Erfassung und Abwicklung von Dienstleistungsrechnungen im Bereich E-Business & IT-Beratung bei NORDWEST optimiert und in SAP abgebildet.

Mittlerweile ist mein Projekt auch produktiv im Einsatz. Ich freue mich, dass das Projekt erfolgreich war und auch einen echten Nutzen hat. Als Entwickler ist es immer erfreulich, wenn das Programm genutzt wird und einen Mehrwert bietet 🙂

Wie haben wir uns auf die Prüfung vorbereitet?

Zur Vorbereitung auf die schriftliche Prüfung hatten wir intern bei NORDWEST drei Prüfungsvorbereitungskurse:
Pro Tag hatten wir einen Kurs zu den einzelnen Prüfungsteilen Ganzheitliche Aufgabe I, Ganzheitliche Aufgabe II und Wirtschafts- u. Sozialkunde.

Die Vorbereitungskurse waren sehr hilfreich. Wir haben die Themen aus der Berufsschule zusammenfassend wiederholt und konnten so ein Gefühl für die Aufgaben bzw. die Inhalte entwickeln. Das war besonders gut, da einige Themen aus der Berufsschule in diesem Moment schon 2 Jahre her waren. Nach den Vorbereitungen fühlte man sich schon sicherer und wusste, was man sich evtl. nochmal ansehen muss.

Um uns perfekt auf die mündliche Prüfung vorzubereiten haben wir intern mehrmals die Prüfungssituation simuliert. Wir haben unsere Präsentation gehalten und anschließend ein Fachgespräch geführt. Abschließend nach jedem Termin, haben wir Feedback erhalten. So konnte man beim Präsentieren ebenfalls sicherer werden und bei den Fachgesprächen einige Themenbereiche nochmal auffrischen bzw. abdecken.

Okay then, you can start with your KMK-Test…

Km… was? Das war mein erster Gedanke, als unsere Englischlehrerin uns das Fremdsprachenzertifikat vorstellte.

Als „Europaschule“ bietet unser Berufskolleg diese Zusatzqualifikation kostenlos an, um berufsbezogene Fremdsprachenkenntnisse zu vertiefen. So ein Zertifikat schadet ja nicht, dachte ich mir und deshalb habe ich mich mal spontan angemeldet. Als ich dann mit meiner Uni Rücksprache gehalten hatte, habe ich erfahren, dass ich mir dieses Zertifikat bzw. das dadurch erreichte Sprachniveau sogar im Modul „Business English“ anrechnen lassen kann, was schlicht gesagt so viel bedeutet wie: Du brauchst die Klausur nicht mitzuschreiben. Das lässt man sich ja nicht zweimal sagen und so bestritten einige Klassenkameraden und ich wenig später die KMK-Prüfung.

Die Prüfung bestand aus zwei Teilen: An einem Tag der schriftliche Teil und am nächsten Tag der mündliche. Der schriftliche Teil umfasst Hörverstehen, Leseverstehen, Übersetzen und Textproduktion, in unserem Fall sollten wir eine Bewerbung an ein Unternehmen in England schreiben. Soweit so gut.

Vor dem mündlichen Teil war ich schon etwas nervöser. Glücklicherweise bestritten wir diesen jeweils mit einem Partner, sodass mir schon einiges an Aufregung genommen wurde. Wir haben ein Bewerbungsgespäch durchgespielt, was ehrlich gesagt besser geklappt hat als ich vorerst erwartet hatte, von daher habe ich ein ganz gutes Gefühl.

Jetzt heißt es nur noch die Ergebnisse abwarten… Meiner Meinung nach das schlimmste an Prüfungen, oder?

 

Quelle: Thommy Weiss, pixelio.de

“Ach, Frühjahr 2017, das dauert ja noch lange…”

Genau das dachte ich damals, als ich den Ausbildungsvertrag von NORDWEST zugeschickt bekam und die Termine der Prüfungen betrachtete. Und jetzt ist es plötzlich schon soweit…
Der 23. März ist fett im Kalender markiert und ich erzähle jetzt mal, was meine “road to victory” ist!
Es begann natürlich schon im Dezember. Punkt eins war es, unfreiwillig in Panik auszubrechen und Herrn Neu (meinem Ausbilder) klar zu machen, dass ich gar nicht aufgeregt wäre, während ich total hysterisch in den Unterlagen kramte. Dieser Zustand wurde dann aber sehr schnell durch die Weihnachtsstimmung verdrängt…
Im Januar erwartete ich dann fieberhaft die Bekanntgabe der Zwischenprüfungsthemen, denn ungefähr sechs bis acht Wochen vorher werden diese auf der ZFAMedien Website veröffentlicht. An diesem Punkt kann man
a) weinen, weil man nichts mit den Sachen anfangen kann oder
b) optimistisch sein und sich darüber freuen, dass einem zu jedem Thema die Inhalte einfallen.
Ich hatte Glück, Letzteres war bei mir der Fall 🙂

Das Kompenndium rettet bei Wissenslücken
Das Kompenndium rettet bei Wissenslücken

Der erste Tag im Schulblock vor den Zwischenprüfungen ist für uns total wichtig. Unseren Klassenlehrer hatten wir morgens schon belagert und erhofften uns Hinweise, mögliche Tipps, Bücherempfehlungen und Erfahrungswerte. “Motivation” gab es auch, denn er berichtete uns, dass die Zwischenprüfung in der Regel eh immer eine Note schlechter wäre, als die Abschlussprüfung. (Hätte er das nicht vor der Abschlussprüfung sagen können?! :D)
Bleibt natürlich auch noch die Frage: Wie bereite ich mich vor?
Ich habe zum Einen relativ viele Sachen für mich selbst zusammengefasst, denn so konnte ich am besten lernen. Das erleichtert jetzt natürlich die Arbeit und man verschwendet keine Zeit mit mühseligem Zusammenkramen der Unterlagen.

Alles was ich zum lernen brauche (Schokolade ist schon leer!)
Alles was ich zum lernen brauche (Schokolade ist schon leer!)

Außerdem habe ich ein Prüfungsbuch für Mediengestalter, mit dem man Theoriewissen üben kann. Und eine neue Methode im 21. Jahrhundert ist dann wohl auch die überregionale Vernetzung mit anderen Schulen in Form von Gruppen in sozialen Netzwerken. Hier kann man sich gegenseitig gut ergänzen und beim Lösen von Übungsaufgaben helfen.

Hiermit teste ich mich selbst
Hiermit teste ich mich selbst

Was ich aber relativ anstrengend finde, ist die Tatsache, dass der reguläre Unterricht ganz normal weiterläuft, also inklusive Referate, Klausuren und Projektaufgaben. Da muss man seine Zeit echt gut managen. Aber wenn es genug Ansporn gibt, sollte eigentlich nichts schief gehen!
Drückt mir alle Daumen, die ihr habt! Das kann nicht schaden 😛

Aus und Vorbei…oder doch nicht?

Am 12. Januar hieß es bei uns allen aus dem (ehemals) 3. Lehrjahr: „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben Ihre Prüfung bestanden!“.

Das nahmen die anderen Azubis und auch der Vorstand zum Anlass uns zu Gratulieren.

Es gab einen nach Rosen und Frühling duftenden Blumenstrauß morgens beim Vorstand. Beim Zusammensitzen mit den Azubis warteten Kekse und Kaffee auf uns, aber auch ein kleines Geschenk für jeden.

Für mich gab es einen Douglas-Gutschein, aber auch Frau Weber hatte für jeden von uns eine Kleinigkeit vorbereitet und ein paar liebe Worte zu sagen.

Komisch wie schnell die Zeit vergeht und 2,5 Jahre vorbei sind. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge starte ich jetzt in das „richtige Arbeitsleben“ und bin gespannt, was noch alles so kommen mag.

Zurzeit arbeite ich in der Rechnungsabwicklung und möchte gerne im September mit dem Betriebswirt starten.

Ich bin erleichtert, die Ausbildung geschafft zu haben, aber werde die Zeit auf jeden Fall vermissen. Es ist anfangs schon eine kleine Umstellung, z.B. keine Schule mehr zu haben, dafür ist es umso schöner ein bisschen mehr Geld als vorher in der Tasche zu haben J.

Meinen Mitazubis wünsche ich nur das Beste auf Ihrem neuen Lebensweg und kann nur sagen: Es ist noch nicht alles „Aus und Vorbei“…

 

Bildquelle: www.pixelio.de/U.Weinreich